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Prüfungsteil 3

Das Arzt-Arzt-Gespräch: Fallvorstellung und Einwände

Im dritten Block wechselt die Sprache noch einmal die Richtung: Jetzt ist Fachsprache gefordert — präzise, knapp und in einer Reihenfolge, die der Zuhörer mitdenken kann.

Stand: September 2026

Was in diesem Teil passiert

Sie geben die im Patientengespräch gewonnenen Informationen an ein ärztliches Mitglied des Prüfungsausschusses weiter; Ihre Notizen dürfen Sie dabei benutzen. Die Kammer formuliert die Erwartung knapp: Die Informationen sollen prägnant und bei kompetentem Umgang mit medizinischem Fachwortschatz dargestellt werden. Anschließend lassen Sie sich auf das Gespräch mit dem Prüfer ein.

Zum Abschluss folgt ein oft unterschätzter Teil: In eine kurze Liste gebräuchlicher medizinischer Fachbegriffe tragen Sie die jeweilige deutschsprachige Bezeichnung ein — die sogenannte Vokabelliste.

Quelle: Ärztekammer Westfalen-Lippe, „Die Prüfung im Detail“, 3. Teil.

Die Vorstellung: eine feste Reihenfolge, zwei bis drei Minuten

Die Fallvorstellung ist der einzige Teil der Prüfung, den Sie wörtlich vorbereiten können, weil ihre Struktur immer dieselbe ist. Bewährt hat sich diese Abfolge:

  • Ein Satz zur Person und zum Grund der Vorstellung: Alter, Geschlecht, Leitsymptom, Dauer.
  • Anamnese in drei bis vier Sätzen: Beschwerdebild, Begleitsymptome, relevante Vorerkrankungen, Medikamente, Risikofaktoren.
  • Befund: Vitalparameter und die wesentlichen Untersuchungsbefunde, auch die relevanten Negativbefunde.
  • Verdachtsdiagnose mit Begründung: „…, weil …“.
  • Differentialdiagnosen mit je einem Halbsatz, warum sie in Betracht kommen.
  • Prozedere: was Sie jetzt veranlassen, in der Reihenfolge der Dringlichkeit.

Sprechen Sie in ganzen Sätzen, aber kurzen. Wer die Vorstellung über drei Minuten hinaus ausdehnt, wird in der Praxis unterbrochen — und in der Prüfung ebenfalls. Üben Sie deshalb mit der Uhr, nicht nur mit dem Text.

Einwände: der Teil, den man nicht auswendig lernen kann

Nach der Vorstellung kommt der Widerspruch. „Das überzeugt mich nicht.“ „Warum keine Lungenembolie?“ „Welche Diagnostik veranlassen Sie jetzt konkret?“ Der Prüfer testet nicht, ob Sie recht haben, sondern ob Sie Ihre Einschätzung sprachlich verteidigen und korrigieren können.

Ein Muster, das in fast jeder Rückfrage trägt: die Frage aufnehmen, mit einem Befund argumentieren, die Grenze der eigenen Aussage benennen. „Eine Lungenembolie halte ich für weniger wahrscheinlich, weil der Patient keine Dyspnoe und keine Tachykardie zeigt und keine Risikofaktoren für eine Thrombose bestehen. Sicher ausschließen kann ich sie ohne D-Dimere und ohne CT-Angiographie aber nicht.“

Zwei Reaktionen kosten regelmäßig Punkte: das Beharren („Nein, das ist ein Infarkt“) und das Einknicken („Ja, Sie haben recht“) ohne Begründung. Beides ist sprachlich arm; die Prüfung will die Begründung hören.

Die Vokabelliste am Ende

Der letzte Programmpunkt sieht harmlos aus und wird oft nicht geübt: Zu einer Liste gebräuchlicher Fachbegriffe tragen Sie die deutsche Bezeichnung ein. Das ist genau die Übersetzungsrichtung aus dem ersten Block, nur schriftlich. Ein Grundstock, den man sicher beherrschen sollte:

  • Dyspnoe → Atemnot
  • Emesis → Erbrechen
  • Nausea → Übelkeit
  • Obstipation → Verstopfung
  • Diarrhö → Durchfall
  • Pruritus → Juckreiz
  • Ikterus → Gelbsucht
  • Vertigo → Schwindel
  • Synkope → kurze Bewusstlosigkeit
  • Hämaturie → Blut im Urin
  • Dysurie → Schmerzen beim Wasserlassen
  • Anämie → Blutarmut
  • Apoplex → Schlaganfall
  • Fraktur → Knochenbruch
  • Hypertonie → Bluthochdruck
  • Tachykardie → beschleunigter Herzschlag
  • Dysphagie → Schluckstörung
  • Zyanose → Blaufärbung von Haut und Lippen

Typische Fehler im dritten Block

Die Fehlerliste ist kurz, aber hartnäckig:

  • Die Vorstellung wird zur zweiten Anamnese: alles, was der Patient gesagt hat, in der Reihenfolge, in der er es gesagt hat.
  • Vitalparameter und Negativbefunde fehlen — der Zuhörer kann die Verdachtsdiagnose nicht nachvollziehen.
  • Die Verdachtsdiagnose steht ohne „weil“.
  • Auf den Einwand folgt keine Begründung, sondern eine Wiederholung.
  • Alltagssprache statt Fachsprache: „Er hat so ein Drücken in der Brust“ gehört in diesen Block nicht.
  • Das Prozedere bleibt eine Aufzählung ohne Priorität.

Wie man die Übergabe übt

Nehmen Sie einen Fall, den Sie schon einmal als Anamnese geführt haben, und stellen Sie ihn laut in genau zwei Minuten vor. Danach lassen Sie sich drei Einwände stellen — am besten von jemandem, der den Fall kennt: einen zur Verdachtsdiagnose, einen zu einer Differentialdiagnose, einen zum Prozedere.

Wer keine Übungspartner hat, kann diesen Block simulieren: FSPreif spricht den Oberarzt mit einer deutschen Stimme, unterbricht, wenn die Vorstellung zu lang wird, und stellt Einwände zum Fall — und der Bericht danach zeigt, an welcher Stelle die Begründung fehlte.

Quellen

FSPreif ist mit keiner Ärztekammer verbunden. Gebühren, Fristen und Abläufe ändern sich; verbindlich ist immer die Auskunft deiner zuständigen Kammer und der Approbationsbehörde. Wir verlinken die amtlichen Seiten, damit du jede Angabe selbst nachlesen kannst.

Üben statt nachlesen

Du kannst die drei Blöcke hier vollständig simulieren: gesprochenes Patientengespräch, Arztbrief im Editor, Arzt-Arzt-Gespräch — und danach einen Bericht, in dem jede Aussage mit einem Zitat aus deiner eigenen Aufnahme belegt ist. Die erste Simulation ist kostenlos.

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